Wenn das Wort Jesu trifft – und das Problem nicht die Botschaft, sondern wir sind

Es gibt Sätze von Jesus, die sofort guttun: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28).

Aber es gibt auch andere, die weh tun: „Wer sein Leben liebt, der wird’s verlieren“ (Johannes 12,25) oder „Wenn du nicht vergibst, wird dir auch der Vater nicht vergeben“ (Matthäus 6,15).

Und manchmal reagieren wir darauf nicht mit Freude, sondern mit Widerstand.

Wir sagen dann vielleicht: „Das klingt hart. Das kann er doch nicht so meinen.“

Aber das Problem ist oft nicht die Schärfe von Jesu Worten – sondern die Härte unseres Herzens.

Jesu Worte sind nicht nur Trost, sondern Wahrheit

Jesus spricht nicht, um uns zu bestätigen, sondern um uns zu verwandeln.

Sein Wort ist, wie es in Hebräer 4,12 heißt, „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist“.

Ein Schwert schneidet – und manchmal muss etwas in uns aufgeschnitten werden, damit Heilung geschehen kann.

Wenn Jesus spricht, legt er frei, was in uns verborgen ist.

So war es schon damals: Als er mit den Pharisäern sprach, reagierten viele empört, weil er ihre fromme Fassade durchschaute.

Als er den reichen Jüngling aufforderte, alles zu verkaufen, „ging der Jüngling traurig weg; denn er hatte viele Güter“ (Matthäus 19,22).

Das Wort Jesu war nicht falsch – es war nur unbequem.

Das Wort stellt uns bloß, um uns frei zu machen

Jesus sagte: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32).

Freiheit beginnt da, wo ich erkenne, dass das Problem nicht das Wort ist, sondern mein Herz.

Gottes Wort stößt immer auf Widerstand im Menschen, der seine eigenen Wege gehen will.

„Denn das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht“ (Johannes 3,19).

Wenn uns also ein Wort Jesu irritiert, verletzt oder provoziert, ist das oft kein Zeichen, dass das Wort „zu hart“ ist – sondern dass es trifft.

Es stößt auf das, was in uns verändert werden soll.

Wir sind nicht die Richter über das Wort – das Wort richtet uns

Jesus ist nicht gekommen, um uns mit schönen Sprüchen zu inspirieren, sondern um uns zu retten.

Er selbst sagt: „Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag“ (Johannes 12,48).

Wer seine Worte nur als kleine „Lebensweisheiten“ hört, verpasst ihre Kraft.

Sie sind nicht nette Zitate für Wandbilder, sondern göttliche Wahrheit, die Leben und Tod, Licht und Finsternis, Wahrheit und Täuschung voneinander scheidet.

Darum gilt: Wenn uns ein Wort Jesu nicht gefällt, sollten wir nicht das Wort verändern – sondern uns prüfen.

Wie David betete:

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine“ (Psalm 139,23).

Gnade heißt: Wir dürfen uns treffen lassen

Das Evangelium ist kein Streicheln, sondern eine Einladung zur Umkehr.

Gnade heißt nicht, dass Gott uns in Ruhe lässt, sondern dass er uns liebt, während er uns verändert.

Wenn sein Wort uns aufdeckt, tut es das nicht, um zu zerstören, sondern um zu heilen.

„Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er“ (Hebräer 12,6).

Und: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (Jakobus 4,6).

Wenn wir uns also vom Wort Jesu treffen lassen, handeln wir nicht gegen den Glauben – wir beginnen, ihn zu leben.

Fazit

Nicht jeder Satz Jesu ist eine sanfte Botschaft – viele seiner Worte sind ein Spiegel.

Wenn sie uns wehtun, dann, weil sie das Falsche in uns berühren.

Aber genau dort beginnt Veränderung.

Wir brauchen kein weichgespültes Evangelium, sondern ein klares Wort, das unser Herz trifft und erneuert.

Das Problem ist nicht Jesu Wort – das Problem ist, wenn wir ihm ausweichen.

Doch wer sich treffen lässt, wird frei.

Denn jedes Wort, das aus seinem Mund kommt, hat die Kraft, das in uns zu zerstören, was uns vom Leben trennt – und uns zugleich zu dem führen, der das Leben selbst ist.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes geht.“ (Matthäus 4,4)

Kommentar verfassen