Der wahre Weinstock – Leben aus seiner Kraft und aus Gnade

Jesus sagt in Johannes 15,1–5:

„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.

Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg, und jede, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringe.

Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Diese Worte Jesu tragen eine tiefe geistliche Wahrheit.

Es gibt viele „Weinstöcke“ in dieser Welt – viele Quellen, aus denen Menschen ihre Kraft, ihren Sinn oder ihre Identität ziehen.

Doch Jesus nennt sich den wahren Weinstock – das bedeutet, dass es auch falsche gibt.

Falsche Weinstöcke können Erfolg, Selbstverwirklichung, religiöser Eifer ohne Liebe, Anerkennung oder Stolz sein.

Sie versprechen Leben, doch sie nähren nicht wirklich.

Jesus selbst warnt davor, auf andere Quellen zu vertrauen:

„Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie die Rebe und verdorrt.“ (Johannes 15,6)

Nur in der bleibenden Verbindung mit ihm fließt das wahre Leben.

Er ist nicht ein Weinstock unter vielen – er ist der wahre Weinstock, die einzige Quelle, aus der göttliche Frucht wachsen kann.

Wie er selbst sagt:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6)

Ohne den Weinstock – keine Frucht

Jesus spricht es deutlich aus:

„Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,5)

Das ist kein harter Vorwurf, sondern eine liebevolle Erinnerung an unsere Abhängigkeit von ihm.

Eine Rebe kann sich nicht selbst am Leben halten.

Sie kann sich noch so sehr bemühen, Frucht hervorzubringen – wenn sie nicht verbunden ist, vertrocknet sie.

Ebenso sagt der Apostel Paulus:

„Nicht dass wir tüchtig sind von uns selbst, uns etwas zuzuschreiben als von uns selbst; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.“ (2. Korinther 3,5)

Was wir aus eigener Kraft tun, mag gut aussehen, aber es bleibt leer, wenn es nicht aus der Verbindung mit Christus geschieht.

Alles, was wirklich Frucht für das Reich Gottes bringt, fließt aus seiner Kraft, nicht aus unserer.

„Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Philipper 2,13)

Leben aus Gnade

Das ist die befreiende Wahrheit: Wir leben aus Gnade, nicht aus eigener Leistung.

Die Rebe muss sich nicht anstrengen, um am Weinstock zu bleiben – sie bleibt einfach.

Sie empfängt. Sie lässt den Saft fließen.

So ist es auch mit uns.

„Aus seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1,16)

Wir dürfen empfangen, was wir selbst nie hervorbringen könnten: Mut, Liebe, Geduld, Frieden, Vergebung.

Paulus schreibt:

„Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin; und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.“ (1. Korinther 15,10)

Alles, was Frucht bringt, geschieht durch seine Gnade, die in uns wirkt.

„Meine Gnade genügt dir; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korinther 12,9)

Was wir aus eigener Stärke tun, geschieht oft unbemerkt für unser eigenes Reich.

Was wir aus seiner Gnade empfangen und weitergeben, geschieht für das Reich Gottes.

Fazit

Christus ist der wahre Weinstock.

Wer mit ihm verbunden bleibt, lebt – wer sich von ihm löst, vertrocknet.

Falsche Weinstöcke versprechen Kraft, aber sie nähren nicht.

In Jesus dagegen fließt echter Lebenssaft – Mut, Frieden, Liebe und Gnade.

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.“ (Johannes 15,4)

Wir müssen uns nicht anstrengen, etwas aus uns zu machen.

Wir dürfen einfach verbunden bleiben.

Er ist der Weinstock – wir sind die Reben.

Und alles, was Frucht bringt, wächst aus seiner Gnade.

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