Jesaja – Einstieg

Jesaja – gereinigt und gesandt

Im sechsten Kapitel des Jesajabuchs wird beschrieben, wie der Prophet eine Vision Gottes hat. In dieser Begegnung erkennt er die Heiligkeit Gottes – und zugleich seine eigene Unzulänglichkeit. Jesaja bekennt:

„Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen.“ (Jes 6,5)

Daraufhin wird ihm durch ein Zeichen deutlich gemacht, dass seine Schuld vergeben ist. Erst nachdem er diese Reinigung erfahren hat, hört er die Stimme Gottes:

„Wen soll ich senden, und wer will unser Bote sein?“ (Jes 6,8)

Und Jesaja antwortet:

„Hier bin ich, sende mich.“

Das ist das Besondere an Jesaja: Er bietet sich selbst an. Anders als viele andere Berufene in der Bibel – wie Mose oder Jeremia – wehrt er sich nicht, sondern reagiert sofort und freiwillig. Seine Bereitschaft entsteht aus der Erfahrung der Vergebung. Er weiß, dass er aus sich selbst nicht geeignet ist, aber dass Gott ihn befähigt hat.

Jesajas Auftrag ist anspruchsvoll. Er soll zu einem Volk sprechen, das nicht bereit ist zu hören:

„Höret und verstehet es doch nicht, sehet und erkennet es doch nicht.“ (Jes 6,9)

Sein Dienst besteht darin, Gottes Wort treu weiterzugeben, auch wenn es auf Widerstand stößt. Er soll die geistliche Blindheit und Taubheit seiner Zeit benennen, das Gericht ankündigen – und zugleich die Hoffnung bewahren, dass Gott eines Tages neues Leben schenken wird.

So zeigt Jesaja, was Berufung bedeutet:

Gott ruft, reinigt und sendet.

Der Auftrag ist nicht immer leicht, aber er steht auf dem Fundament der Gnade.

Jesaja wird gesandt, weil Gott ihn vorbereitet hat – nicht durch Stärke, sondern durch Vergebung.

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