(Einleitung & Hauptteil siehe oben – dieser Text setzt nahtlos daran an und vertieft das Thema um die geistliche Selbstprüfung.)
Der Heilige Geist – und wie wir prüfen, ob er in uns lebt
Es reicht nicht, nur „ein gutes Gefühl“ zu haben, oder zu sagen: „Ich bin in der Gemeinde, ich bete, also ist alles in Ordnung.“ Die Bibel ruft uns zur Selbstprüfung auf – nicht aus Angst, sondern weil wir dazu berufen sind, fruchtbar, wachsam und wahrhaftig zu leben:
„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; untersucht euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? – es sei denn, dass ihr unbewährt seid.“
(2. Korinther 13,5 – Elberfelder)
Dämpfe den Heiligen Geist nicht – gib ihm Raum
Der Heilige Geist kann in uns leben – und dennoch zurückgedrängt werden, wenn wir nicht auf ihn hören:
„Den Geist löscht nicht aus.“
(1. Thessalonicher 5,19 – Elberfelder)
Dieses „Löschen“ (griechisch: σβέννυτε) bedeutet so viel wie: unterdrücken, ersticken, dämpfen. Der Geist ist zwar mächtig, aber er wirkt nicht gegen unseren Willen. Wenn wir ihn dauerhaft ignorieren oder verdrängen, verklingt seine Stimme – und wir leben, obwohl wir gläubig sind, im Fleisch und nicht im Geist.
Geistliche Selbstprüfung: Kriterien für echte Geistleitung
Hier einige Fragen, die helfen können, ehrlich vor Gott zu prüfen, ob und wie der Geist Gottes in einem wirkt. Diese Kriterien sind keine „Checkliste zur Errettung“, sondern Zeichen geistlicher Gesundheit. Sie fordern uns heraus – aber sie geben auch Trost und Richtung:
1. Habe ich Hunger nach Gottes Wort?
„Wie neugeborene Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Rettung.“
(1. Petrus 2,2 – Elberfelder)
Wer den Heiligen Geist hat, wird innerlich gedrängt, Gottes Wort zu studieren – nicht als Pflichtübung, sondern aus echtem Hunger. Wenn diese Sehnsucht fehlt, lohnt sich die Frage: Was hat mein Herz ersetzt?
2. Liebe ich meine Geschwister praktisch?
„Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.“
(1. Johannes 3,14 – Elberfelder)
Diese Liebe zeigt sich nicht nur in Worten, sondern in Taten: Mittragen, Vergeben, Dienen, Ermutigen.
„Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“
(1. Johannes 3,18)
3. Bin ich bereit, auch demütig zu gehorchen – etwa staatlicher Ordnung?
„Jedermann sei den übergeordneten staatlichen Gewalten untertan […] Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes.“
(Römer 13,1–2 – Elberfelder)
Natürlich gilt Gehorsam „bis zur Grenze des Gewissens“, aber ein rebellischer, selbstherrlicher Geist ist kein Zeichen geistlicher Reife. Der Geist Gottes prägt einen demütigen, geordneten und friedliebenden Menschen.
4. Trage ich echte Sorge um die Unerretteten?
„Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen für sie zu Gott ist, dass sie gerettet werden.“
(Römer 10,1 – Elberfelder)
Ein geistgeleiteter Mensch denkt nicht nur an sein eigenes Heil, sondern brennt innerlich für die, die verloren sind. Diese Liebe kommt nicht aus Druck, sondern aus dem Herzen des Geistes, der selbst „nicht will, dass jemand verloren gehe“ (vgl. 2. Petrus 3,9).
5. Bewegt mich das Leid verfolgter Christen?
„Gedenkt der Gefangenen als Mitgefangene und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib seid.“
(Hebräer 13,3 – Elberfelder)
Wenn der Geist Gottes in uns wohnt, wird uns das Leiden unserer Geschwister nicht kalt lassen. Gebet, Spenden, Unterstützung, Zeugnis – all das wächst aus echter Verbundenheit im Geist.
Abschließender Aufruf: Lebe wachsam – aber in der Gnade
Der Geist Gottes wirkt nicht aus Zwang, sondern aus Liebe. Aber diese Liebe ist nicht harmlos – sie ist verändernd. Und weil das so ist, brauchen wir geistliche Wachsamkeit, Demut und Selbstprüfung – nicht einmal im Jahr, sondern im Alltag:
„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“
(Hebräer 3,15 – Elberfelder)
Und gleichzeitig dürfen wir wissen: Wer ehrlich vor Gott kommt, der wird nicht verstoßen.
„Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“
(Psalm 51,19 – Elberfelder)